Kundenbindung durch Kundenkarten

Unternehmen leben von der Treue ihrer Kunden. Diese Tatsache gilt für alle Branchen gleichermaßen. Welche Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden, ist hierbei erst einmal zweitrangig.

Nachfolgend erfahren Sie, was Kundenbindung per Definition eigentlich bedeutet, welche Kundenbindungsinstrumente es gibt und welche konkreten Vorteile Kundenbindung durch Kundenkarten mit sich bringt.

Referenzen digitaler und physischer Kundenkarten

Den Kunden binden – wie funktioniert das?

Der Begriff Kundenbindung ist im ersten Moment ein wenig irreführend, denn diese geht nicht vom Kunden aus. Als Kundenbindungsmaßnahmen bezeichnet man sämtliche unternehmerische Strategien, mit denen die Loyalität der Kunden gewonnen wird. Der Kunde soll das Unternehmen mit positiven Erfahrungen verknüpfen und sich bestens beraten und betreut fühlen.

Die Maßnahmen zur Kundenbindung fallen in den Bereich des Customer Relationship Managements. Das CRM hat die Aufgabe, bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen und somit einem Anbieterwechsel vorzubeugen. Hierbei handelt es sich um einen ständigen Lern- und Entwicklungsprozess, der regelmäßig den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden muss.

Digitale und physische Kundenkarte der Emil Frey Küstengarage
Bonuskarte von Gourmet Berner in der Hand

Warum ist es wichtig, die Kunden ans Unternehmen zu binden?

Insbesondere noch unerfahrene Unternehmer begehen häufig den Fehler, ihre gesamte Energie (und ein enormes Werbebudget) in die Neukundengewinnung zu investieren, statt sich einen stabilen Bestandskundenkreis aufzubauen. Dabei sind es erwiesenermaßen die Stammkunden, die den größten Teil des Umsatzes ausmachen.

Wenn Sie 1000 Neukunden akquiriert haben, werden möglicherweise 900 davon zur Konkurrenz überlaufen, sobald Sie eine Preiserhöhung vornehmen müssen. Ein treuer Kundenstamm wird vergleichbare Veränderungen leichter akzeptieren, da Sie diese Personengruppe von der Qualität Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen bereits überzeugt haben.

Welche Maßnahmen zur Kundenbindung gibt es?

Um einen Kunden langfristig an Ihr Unternehmen zu binden, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Viele Kunden schätzen es außerdem, wenn die Aufmerksamkeit nicht nur materieller Natur ist. Zu den kommunikativen Maßnahmen zur Kundenbindung zählen:

  • Ein fester Ansprechpartner
  • Gute Erreichbarkeit (telefonisch oder per Mail)
  • Beschwerdemanagement
  • Benutzerfreundliche technische Tools (z. B. Apps)
  • Ein moderner und übersichtlicher Internetauftritt

Grundsätzlich sollten Sie dafür sorgen, dass der Kunde zufrieden ist und sich aus eigener Überzeugung an Ihr Unternehmen binden möchte. Eine erzwungene Bindung (z. B. durch sogenannte Knebelverträge oder hohe Wechselgebühren) ist nicht sinnvoll.

Zu den klassischen Maßnahmen zählen:

  • Rabattaktionen
  • Bonusprogramme
  • Geburtstagskarten (inklusive eines Geschenkcoupons)
  • Couponsaktionen
  • Kundenclubs
  • Kundenmagazine
  • Kundenbindung durch Kundenkarten

Welche Arten der Kundenbindung gibt es?

Neben verschiedenen Kundenbindungsinstrumenten existieren folgende fünf Kundenbindungsarten:

  1. Emotionale Bindung: Der Kunde identifiziert sich mit dem Unternehmen.
  2. Situative Bindung: Der Anbieter hat ein (vorübergehendes) Monopol.
  3. Rechtliche Bindung: Der Kunde hat sich verpflichtet, nur bei einem Unternehmen einzukaufen (meist im B2B-Bereich).
  4. Ökonomische Bindung: Der Kunde erhält bei Vertragsabschluss Rabatte, im Falle eines Anbieterwechsels fallen jedoch Gebühren an.
Frau mit Kundenkarte beim Einkaufen in der Apotheke

Wie funktionieren Kundenkarten?

In Zeiten des Onlinehandels hat es der Handel zunehmend schwer. Um die Einbußen gering zu halten, ist eine aktive Kundenbindung wichtiger denn je. Eine beliebte Maßnahme ist die Kundenbindung durch Kundenkarten. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen folgenden Arten:

  • Bonuskarten
  • Wertkarten
  • Geschenkkarten
  • Verbundkarten / CityCard

Wenn von einer Kundenkarte die Rede ist, so ist hiermit zumeist die Bonuskarte gemeint. Der Kunde erhält nach einer gewissen Anzahl an Einkäufen ein Gratisprodukt oder einen anderen Bonus. Auf diese Weise wird er für seine Treue belohnt. Die bereits getätigten Einkäufe werden digital registriert bzw. auf der Karte abgestempelt. Letztere Vorgehensweise ist jedoch mittlerweile veraltet und kommt nur noch selten zum Einsatz.

Bei einer Wertkarte erwirbt der Kunde ein gewisses Guthaben, das er anschließend verbrauchen kann. Viele Kunden ziehen diese Zahlungsoption einer monatlichen Abbuchung vor.

Die Geschenkkarte hat inzwischen die altbekannten Gutscheine aus Papier abgelöst. Der Kunde kann die Geschenkkarte jederzeit mit einem neuen Guthaben aufladen.

Das Angebot einer Verbundkarte bzw. CityCard eignet sich auch für kleine und mittlere Städte.

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Bonuskarte, Gutscheinkarte, Wertkarte, Verbundkarte
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Bonuskarte/Kundenkarte

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Werkarte

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Geschenkkarte

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Verbundkarte/CityCard

Eingesetzte Branchenbereiche

Kundenkartensysteme können in nahezu allen Branchen zum Einsatz kommen. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Welche Vorteile hat die Kundenbindung durch Kundenkarten aus unternehmerischer Sicht?

Bonuskarten zählen flächendeckend zu den beliebtesten Kundenbindungsinstrumenten und erfreuen sich allgemeiner Akzeptanz. In erster Linie soll eine Identifikation mit Ihrem Unternehmen gefördert werden. Da sich die Kundenkarte in der Regel in der Geldbörse oder im Handy als digitale Kundenkarte befindet, bleiben Sie in den Gedanken des Kunden stets präsent. Um den gewünschten Bonus zu erhalten, muss der Kunde Ihr Geschäft mehrmals aufsuchen. Damit er dies auch umsetzt, muss der Bonus jedoch attraktiv genug sein. Sie sollten stets den beiderseitigen Nutzen im Auge behalten. Locken Sie den Kunden nicht mit Scheinangeboten, sondern stellen Sie ihm für seine Treue greifbare und ehrliche Sonderangebote oder Rabatte in Aussicht.

Einsatz elektronischer Kundenkartensysteme

Pappkarten zum Abstempeln gehören heutzutage größtenteils der Vergangenheit an. Durch den Einsatz elektronischer Kundenkartensysteme ergeben sich weitere Vorteile: Sie erhalten digitale Kundendaten, welche Sie für weitere Werbemaßnahmen (z. B. die Versendung von Newslettern oder Geburtstagskarten) verwenden können. Achten Sie jedoch unbedingt auf die geltenden Datenschutzbestimmungen! Klären Sie den Kunden darüber auf, welche Daten Sie erheben und wie Sie diese verarbeiten. Der Kunde muss die Möglichkeit haben, der Zusendung von Werbung jederzeit zu widersprechen.

Durch digitale Systeme lässt sich außerdem der Unternehmenserfolg leichter messen: Wie oft wurde die Karte genutzt? Welche Sonderaktionen waren besonders erfolgreich und welche nicht? Die übersichtliche Analyse des Kaufverhaltens verschafft einen besseren Überblick über die Zielgruppe. So können Sie Ihre Marketingmaßnahmen bei Bedarf zeitnah anpassen. Vermeidbare Verluste bleiben Ihnen auf diese Weise erspart.

Motivation bieten für Neukunden

Auch wenn die Kundenkarte vorwiegend Stammkunden belohnt, kann sie auch zur Neukundenakquise eingesetzt werden. Bewerben Sie die Vorteile der Karte direkt beim ersten Einkauf, sodass der Neukunde motiviert wird, Ihr Geschäft erneut aufzusuchen. Weiterhin wäre es denkbar, dass Ihre Bestandskunden Neukunden werben und dafür in Form von Rabatten oder Geschenkkarten belohnt werden.

Manche Unternehmen setzen zudem auf eine wachsende Bonusstaffelung Ihrer Kundenkartensysteme abhängig vom Bon bzw. Rechnung des Kunden. Bieten Sie besonders kaufkräftiger Kundschaft eine VIP- oder Goldkarte an, welche besondere Vorteile gegenüber den herkömmlichen Karten bietet (z. B. exklusive Eventeinladungen etc.).

Hinsichtlich der Kartengestaltung sollten Sie die Chance nutzen, das Alleinstellungsmerkmal Ihres Unternehmens auszudrücken. Die Karten sollten unverwechselbar sein (Unternehmensfarben, Unternehmenslogo). Eine weitere lohnenswerte Idee ist es, die Karten zudem für jeden Kunden individuell zu gestalten. Allerdings ist diese Methode mit ein wenig größerem Aufwand verbunden.

Die Kundenkarte attraktiv vermarkten

Einige Aspekte zur Vermarktung wurden bereits angesprochen. Nachfolgend sollen die wichtigsten Tipps noch einmal vertieft und zusammengefasst werden:

1. Überraschung

Überraschen Sie die Karteninhaber regelmäßig mit kleinen Werbepräsenten in Ihrer Filiale. Auf diese Weise fühlen die Kunden sich wertgeschätzt. Bewerben Sie die Präsente im Zusammenhang mit der Karte jedoch nicht zu offensiv.

2. Aufmerksamkeit

Eine Aufmerksamkeit zum Geburtstag ist etwas sehr persönliches, worüber sich jeder Kunde freut. Senden Sie den Karteninhabern an ihrem Ehrentag einen Geburtstags-Coupon.

3. Kleine Geschenke

Kleine Zugaben zu getätigten Einkäufen erfreuen Ihre Stammkundschaft (z. B. Gläser zu einer Flasche Wein, Druckerpapier zum Drucker).

4. Kooperationspartner

Suchen Sie sich einen oder mehrere Kooperationspartner. Das bedeutet, dass der Kunde bei Vorlage der Bonuskarte dort ebenfalls Bonus erhält.

5. Events

Laden Sie die Kundenkarteninhaber zu besonderen Events ein, z. B. zu einer Verköstigung, wenn Sie in der Lebensmittelbranche tätig sind.

6. VIP-Leistungen

Bieten Sie den Kundenkarteninhabern besondere VIP-Leistungen wie ein verlängertes Umtauschrecht oder exklusive Produkttestungen an.

Lohnt sich Kundenbindung durch Kundenkarten für jedes Unternehmen?

Die Einführung digitaler Kundenkartensysteme ist trotz aller genannten Vorteile erst einmal mit einem finanziellen Aufwand verbunden. Händler sollten die Kosten-Nutzen-Bilanz daher genau kalkulieren. Weiterhin ist ausschlaggebend, ob Ihr Produktsortiment langfristig angelegt ist. Ist Letzteres der Fall, lohnen sich Kartensysteme besonders. Die Kundenbindung durch Kundenkarten zählt unbestreitbar zu den effektivsten und am weitesten verbreiteten Marketinginstrumenten. Die meisten Unternehmen möchten sie nach Einführung nie mehr missen.

Älteres Paar beim Online Shopping

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